• @redballooon@lemm.ee
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    Deutsch
    72 years ago

    Für eine Zeugenaussage ist eine öffentliche Aussage völlig egal. Keine Zeugin brauchte unter preisgeben ihrer Identität in den Medien sprechen.

    Mit der Staatsanwaltschaft halt aber schon, sonst gibt es kein Verfahren.

    Im Moment sieht es eher danach aus als hätten die mit den Unterlassungserklärungen recht gehabt. Außer einer massiven Rufschädigung ist von dieser Instanz des me2 nichts übrig geblieben.

    • @Sodis@feddit.de
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      Deutsch
      22 years ago

      Dir ist bewusst, dass die Einstellung des Verfahrens nicht bedeutet, dass nichts illegales passiert ist? Aus Mangel an Beweisen konnte weder die Schuld noch die Unschuld zweifelsfrei bewiesen werden, weshalb rechtlich die Unschuldsvermutung gilt. Da es allerdings viele anonyme Zuschriften gab und die Systematik des Castings bekannt ist, hat man als Privatperson genug Informationen, um zumindest moralisch zu verurteilen, was da auf den Konzerten so abging.

      Es ist wirklich kein Wunder, dass nur ein Bruchteil der Vergewaltigungen und sexuellen Missbräuche angezeigt wird.

      • @redballooon@lemm.ee
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        6
        edit-2
        2 years ago

        Zweite Antwort für anderes Thema:

        Ich habe eng genugen Kontakt zu einem vergewaltigungsopfer gehabt um die Angst zu verstehen bei einer Polizei Aussage oder im Prozess nicht ernst genommen werden. Das ist ein echtes Problem, und ich weiß nicht wie dem zu begegnen ist. Für die Person war dabei aber nicht die Polizeiaussage selbst der Knackpunkt, sondern die drohende öffentliche Debatte.

        Hier aber gab es vorgebliche Opfer die die Öffentlichkeit nicht gescheut haben, aber die Staatsanwaltschaft. Das passt nicht zusammen.

        • @Sodis@feddit.de
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          Deutsch
          22 years ago

          Ah gut, da greifst du schon einige Punkte meiner anderen Antwort mit auf. Bei Shelby ist ja an sich auch nichts illegales vorgefallen, da sie den Mut hatte Nein zu sagen und sich aus der Situation zu entfernen. Bei Kayla war es genauso. Die beiden haben halt das System selbst miterlebt und sich dazu entschlossen an die Öffentlichkeit zu gehen, um andere Frauen davor zu warnen. Im Endeffekt hat das den Fall leider nicht vorangebracht, weil jede wirklich betroffene Frau mitansehen durfte, was die beiden für einen Backlash für die Schilderung ihrer Erfahrungen erleiden mussten.

          Gab es noch andere Frauen, die sich öffentlich mit Klarnamen geäußert haben?

      • @redballooon@lemm.ee
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        Deutsch
        02 years ago

        Das ist mir bewusst. Ich habe nur festgestellt dass eine anonyme Medienkampagne die sexuelle Vergehen vorwirft in ihrer Effektivität nicht zu unterscheiden ist von jeder anderen medialen schmier Kampagne.

        Insbesondere wenn schon bekannt ist dass es ein Strafverfahren gibt, ist es unverständlich dass sich Opfer in den Medien zu Wort melden aber nicht bei der Staatsanwaltschaft.

        Das wirft tatsächlich Fragen an die Qualität der Vorwürfe auf.

        Was bleibt ist die Offenlegung dass Lindenmann gerne Fans fickt, und zu dessen Beschaffung auch moralisch fragwürdige Methoden anwendet. Aber scheinbar bewegt er dabei sich im Rahmen des Gesetzes. Jedenfalls konnte die Staatsanwaltschaft bei näherem hinsehen nichts anderweitiges feststellen.

        • @Sodis@feddit.de
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          Deutsch
          22 years ago

          ist es unverständlich dass sich Opfer in den Medien zu Wort melden aber nicht bei der Staatsanwaltschaft.

          Ist es das wirklich? Du hast als Frau in den allermeisten Fällen keine Beweise, oft genug steht Aussage gegen Aussage. Eine Verurteilung ist daher oft Wunschdenken. Auf der anderen Seite hast du die realistische Möglichkeit einer Retraumatisierung, die Öffentlichkeit, die über dich herzieht mit Täter-Opfer-Umkehr a la du bist ja selbst Schuld, einen riesigen Medienrummel, eventuelle persönliche Folgen, weil jeder weiß, dass du vergewaltigt wurdest und und und. Das alles für eine geringe Chance von Gerechtigkeit. Ich kann jede Frau verstehen, die sich das nicht antun will und die in Studien ermittelte Dunkelziffer an nicht angezeigten Vergewaltigungen und sexuellen Missbräuchen bestätigt diese Sicht.

          Was mir aber sehr oft in diesen Diskussionen auffällt ist, dass viele sich viel leichter in die angeblich fälschlich beschuldigte Person hineinversetzen können, aber nicht in das potentielle Opfer.

          • lol3droflxp
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            -12 years ago

            Aber warum dann mit jeder dahergelaufenen Zeitschrift reden wenn man nicht öffentlich retraumatisiert werden will?

            • @Sodis@feddit.de
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              22 years ago

              Ich wage mir hier kein Urteil, was für Opfer von Sexualdelikten im Einzelfall retraumatisierend wirkt. Kayla und Shelby haben extremen Gegenwind aus der Gesellschaft bekommen. Bei einer anonymen Meldung an eine Zeitschrift passiert das nicht. Ebenso ist auch nicht klar, inwiefern sie die kompletten Geschehnisse bei den Schilderungen an die Zeitung noch einmal durchleben mussten, wie es bei einem Gerichtsverfahren der Fall wäre.